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Regeln für die Patchwork-Familie
So kommen Kinder aus 1. Ehe zu ihrem Recht
Eine Scheidung ist immer furchtbar,
für die beiden Partner und ganz besonders für die Kinder. Ein
Kind will im Innersten seiner Seele, dass seine Eltern sich lieben und
schätzen. Es kommt in einen seelischen Konflikt, wenn es sich zwischen
seinen beiden Eltern entscheiden soll.
Überfordern
Sie Ihre Kinder nicht
Bei manchen Scheidungen möchten
die Partner dem Kind die Wahl überlassen, zu wem es geht. Damit wird
es in eine schlimme Lage gebracht, denn entscheidet es sich für einen,
ist der andere auf das Kind böse. Ein Kind hat ein Recht auf beide
Eltern, wieder völlig unabhängig von deren moralischem „Wert".
Ein Kind, das sich zwischen Vater und Mutter entscheiden muss (das kann
auch in problematischen, nicht geschiedenen Ehen passieren), wird als Erwachsener
häufig zu einem verunsicherten und entscheidungsschwachen Menschen.
Reden Sie nicht schlecht über Ihren Ex-Partner
Das ist einer der häufigsten
Fehler von Alleinerziehenden und Wiederverheirateten mit Kindern: Sie sprechen
- oft berechtigt und ohne böse Absicht - schlecht über den Elternteil
des Kindes, der nicht mehr da ist. Das Kind aber besteht zu 50% aus Mama
und 50% aus Papa. Macht die Mutter etwa den Vater schlecht, zieht das Kind
unbewusst den Schluss: 50% von mir taugen nichts. Das führt zu einer
inneren Selbstabwertung des Kindes. Oder es verbündet sich insgeheim
mit dem abgewerteten Partner - und ist dann auf den anderen Elternteil
böse.
Am besten ist es, Sie denken gut
über Ihren geschiedenen Partner. Sagen Sie sich und dem Kind: „Er
ist ein wundervoller Mensch, aber wir haben einfach überhaupt nicht
zusammengepasst."
Der
2. Ehepartner bleibt auf Platz 2
Das ist ein harter Brocken z. B.
für die 2. Frau: In der Ordnung des Familiensystems haben die Kinder
des Mannes aus erster Ehe Vorrang vor ihr. Durch die Kinder ist die 1.
Frau ja immer noch präsent. Das muss sie akzeptieren, so sehr sie
es gerne ändern würde. Wenn sie diese Realität anerkennt,
kann der Weg frei werden zu einer gereiften Partnerschaft. Das Gleiche
gilt für einen Mann, der eine Frau mit Kindern heiratet.
Es kann nicht genug betont werden:
„Vorrang" ist kein Werturteil, sondern die zeitliche Rangstellung im Empfinden
der Familienmitglieder: Wer länger im Familiensystem ist, hat den
Vorrang vor dem, der später kam.
| Ordnung
Systemische Familientherapie sucht nach der guten Ordnung innerhalb einer Familie. Die ist erreicht, wenn keiner ausgeklammert ist oder missachtet wird. Die gute Ordnung ist der Rahmen für die Liebe und den Zusammenhalt der Familienmitglieder. Wer zuerst da war, hat Vorrang
Wenn ein Kind von seinem Vater geschlagen wurde und später deswegen seinen Vater verachtet, bleibt es trotzdem sein Kind - auch wenn der Vater dumm und gewalttätig ist, das Kind jedoch klug und liebevoll. Die Lösung bei einer Familienaufstellung lautet dann, dass das Kind (innerlich) zum Vater sagt: „Ich bin nur dein Kind. Ich bin der Kleine und du bist der Große." Das ist für manche Menschen unendlich schwer oder gar unmöglich. Aber nur so kann die Ordnung wiederhergestellt werden. |
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