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Spezialausgabe Familiensysteme 2001
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Erziehung
Große und Kleine
Warum es zwischen Eltern und Kindern keine Gleichberechtigung gibt

Was tun, wenn das Kind bockig ist? Wenn es sich auflehnt gegen die wichtigen Ratschläge der Eltern? Viele Eltern versuchen, Konflikte mit ihren Kindern partnerschaftlich zu regeln. Aber das misslingt oft, weil es zwischen Eltern und Kindern ein natürliches Gefälle gibt.


Achten Sie die Ordnung von Eltern und Kind
Was Kinder an Liebe, Zeit und Geld von ihren Eltern empfangen haben, können sie niemals zurückgeben. Zwischen Eltern und Kindern herrscht ein riesiges Gefälle von Geben und Nehmen. Eltern geben das Leben, das ist unüberbietbar. Die Kinder geben das Empfangene zurück, indem sie später selbst Kinder bekommen und ihnen Liebe, Zeit und Geld opfern. Oder, falls sie selbst keine Kinder bekommen können oder wollen, anderen Menschen Gutes tun.


Bleiben Sie bei Konflikten "groß"
Kinder testen permanent das Gefälle zwischen sich und den Eltern. Angenommen, Ihr Kind möchte fernsehen, Sie aber sagen Nein. Es schreit: „Du bist doof! Ich mag dich nicht mehr!" Wenn Sie dann nachgeben, erweisen Sie sich als „klein". Sie brauchen die Liebe ihres Sohnes. Wenn es zu einer Eskalation kommt, Ihr Kind weint und schreit und Sie es schließlich mit Gewalt in sein Zimmer ziehen, haben Sie vielleicht gewonnen, nicht aber „Größe" bewiesen.

Sagen Sie sich innerlich: „Ich bin der Große. Ich bleibe klar und sehe weit. Ich gebe dir meine Liebe und mein Verständnis. Ich kann es ertragen, wenn du momentan böse auf mich bist." Aus dieser Haltung heraus entwickeln Sie viel leichter eine gute Lösung für den Konflikt. Es gibt keine Patentlösungen, aber aus Ihrem Großsein heraus werden Sie klare Abmachungen treffen, Sie können ruhiger bleiben und gelassener. Wenn Sie nicht weiterwissen, sagen Sie sich still: „Ich bin momentan ratlos, aber ich bin die Mutter, und du bist das Kind. Und ich werde das Problem lösen."


Ziehen Sie vernünftige Grenzen
Es ist gefährlich, wenn ein Kind im Straßenverkehr nicht an der Hand der Eltern bleibt. Aus Sicherheitsgründen würden viele Eltern es gern sehen, wenn ihre Kinder „grundsätzlich das tun, was wir sagen". Sobald sie dies aber auf unvernünftige und unnötige Forderungen ausdehnen, lehnt sich das Kind auf. Wenn Sie eine gute Verbindung zu Ihrem inneren Großsein haben, werden Sie keine unsinnigen Gesetze aufstellen. Dann wird das Kind merken, wann es Ihnen wirklich ernst ist.


Sprechen Sie mit Ihrem Kind niemals über Ihre Eheprobleme
Wenn beispielsweise eine Mutter ihrem Sohn von den sexuellen Problemen seines Vaters erzählt, kann sie damit dem Sohn später erhebliche Potenzschwierigkeiten bereiten. Ein Kind verbündet sich immer mit dem schwächeren Elternteil und wird ihm aus Liebe ähnlich. Es will aus tiefstem Herzen Mama und Papa gleich achten und lieben können.

Ein Junge wird ein ganzer Mann, wenn er die Gewissheit haben kann, dass sein Vater ein ganzer Mann ist. Das ist der Vater übrigens auch dann, wenn er kein Potenzprotz ist - schließlich hat er ja die Mama gefunden und mit ihr ein Kind gezeugt. Eine Tochter wird dann eine ganze Frau, wenn sie die Sicherheit hat, dass ihre Mama für den Papa attraktiv und erotisch ist.

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