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Ausgabe Oktober 1999
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Partnerschaft
Wie sich Männer und Frauen besser verstehen
Das verblüffend einfache Mars-Venus-Prinzip

Warum gehen so viele Ehen auseinander? Warum werden die Beziehungen zwischen Mann und Frau immer schwieriger? Nach Ansicht des amerikanischen Psychologen John Gray könnten die meisten scheidungswilligen Paare zusammenbleiben, wenn sie nur die grundsätzlichen Unterschiede im Kommunikationsverhalten von Mann und Frau kennen würden. Seine These, zugleich der Titel seines ersten Buchs: "Männer sind anders, Frauen auch."

Gray hat seine Erkenntnisse in eine lustige Fiktion gepackt: Die Frauen wohnten früher auf der Venus, immer um Gemeinschaft und Harmonie bemüht. Beziehungen waren ihnen wichtiger als Arbeit und Technik. Venusianerinnen glaubten fest daran, daß alles verbessert werden könnte. Ratschläge und konstruktive Kritik waren für sie ein Liebesbeweis.

Die Marsianer dagegen schätzten es, etwas zu erschaffen und zu leisten. Sie wollten Ziele erreichen und waren besonders stolz darauf, Dinge allein zu schaffen. Eines Tages entdeckten sich die Bewohner von Mars und Venus und merkten sofort, daß die jeweils anderen genau das hatten, was ihnen selbst fehlte. So bauten die Marsianer Raumschiffe, holten die Frauen von der Venus und bevölkerten mit ihnen die Erde.

Der wichtigste Tip für
Frauen: 

Hören Sie auf, Männern 
Ratschläge zu erteilen!

Der wichtigste Tip für
Männer: 

Lernen Sie, zuzuhören!

Heimwerker contra Kaffeetanten
Grays Erkenntnis ist einfach: Männer und Frauen unterscheiden sich grundsätzlich in der Art, Probleme zu lösen. Für Männer sind Probleme dazu da, um gelöst zu werden, und zwar möglichst allein – "wie ein Heimwerker". Für Frauen dagegen sind Probleme ein Anlaß zur Kommunikation. Frauen suchen den Kontakt zu anderen, um über ihre Probleme zu sprechen. Männer aber ziehen sich zurück.

Aus dieser Verschiedenheit entstehen in jeder Partnerschaft unzählige Mißverständnisse, die bis zum Ende der Beziehung führen können.

So verhalten Sie sich richtig
Die Situation: Am Abend erzählt die Frau von ihren Sorgen, der vielen Arbeit, weil morgen Tante Lisa kommt und so viel zu tun ist. Typische, aber falsche Reaktion: Der Mann redet über das Problem und über Fakten: "Kannst du mit Tante Lisa nicht essen gehen? Sollen wir sie ausladen?" Als "Heimwerker" weiß er nicht, daß die Klage seiner Frau eine Aufforderung zum Gespräch ist. So kommt das bei der Frau an: Du siehst immer nur Fakten, nie mich. Richtig wäre: Er soll sich zu ihr setzen, zuhören und ihr beipflichten. Das allein würde genügen, und sie könnte Berge von Arbeiten erledigen. Die Frau will nicht Lösungen, sondern Verständnis.

Die Situation: Der Mann kommt am Abend nach Hause und ist bedrückt über die vielen Termine und Arbeiten, die er noch zu erledigen hat. Typische, aber falsche Reaktion: Die Frau gibt Ratschläge und übt konstruktive Kritik: "Du solltest dir nicht so viel aufhalsen lassen. Du mußt kürzer treten." So kommt das beim Mann an: Du traust mir nichts zu. Richtig wäre: Sie soll ihm sagen, daß er gut ist und das schaffen wird. Dann soll sie ihn in Ruhe arbeiten oder ausspannen lassen.

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